musicism & cinelove online communication

Es bleibt wohl leider nur ein Wunsch, den Simon Grohé im Titeltrack seiner neuen EP äußert. Ein Wunsch, der in diesen bewegten Zeiten jedoch so ehrlich und nachvollziehbar ist wie kaum etwas anderes. "Ich äußere mich sonst nie zu politischen Themen", erklärt Simon, "aber angesichts der aktuellen Situation muss man auch mal eine Haltung einnehmen und Ansagen machen".

Diese Ansage teilen wir gerne! "Lasst uns was bewegen!"

Wie die sechs Tracks – die allesamt von Megaloh-Producer Ghanaian Stallion höchst eingängig, aber mit der nötigen Hiphop-Kante in Szene gesetzt wurden.

Wer nun jedoch denkt, auf "Alle Knarren" müsste man sich permanent unter einem erhobenen Zeigefinger wegducken, der kennt Simon Grohé schlecht: Der ehemalige Berlin-Exilant und nun Wieder-Kölner verfolgt nach wie vor seinen wunderschön persönlichen, einfühlsamen und im besten Sinne souligen Umgang mit Rapmusik, der auch schon sein letztjähriges Album "Mamaoerf" zu einem Geheimtipp machte - allerdings nicht mit dem bisherigen Fokus auf die Introspektive. Und so finden sich auf Songs wie "Weg von hier" zwar keine Parolen, aber umso nachdenklichere Gegenwartsbetrachtungen und ehrliche Wehmut darüber, dass es nicht so läuft, wie es laufen könnte.

Neben Simon selbst sind auch die Rap- bzw. Gesangskollegen Chima Ede, Slona, Bico und Sparky auf "Alle Knarren" zu hören – und natürlich die grandiosen Beats von Ghanaian Stallion.Die Zusammenarbeit mit dem musikalischen Partner und Produzenten des Berliner Rappers Megaloh, resultiert dabei noch aus Simons Berliner Zeit.